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Was Gott tut, das ist wohl getan | by amras_de
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Was Gott tut, das ist wohl getan

Photo: Wolken über Wiesbaden-Kohlheck

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Was Gott tut, das ist wohl getan

 

1.) Was Gott tut, das ist wohl getan!

So denken Gottes Kinder,

Wenn man nicht reichlich ernten kann,

Liebt er uns doch nicht minder.

Er zieht das Herz

Nur himmelwärts,

Wenn er uns lässt auf Erden

Beim Mangel traurig werden.

 

2.) Was Gott tut, das ist wohl getan!

Gibt er, so kann man nehmen;

Nimmt er, wir sind nicht übeler dran,

Wenn wir uns nur bequemen.

Er nimmt und gibt,

Weil er uns liebt,

Und seine Hände müssen

Wir stets in Demut küssen.

 

3.) Was Gott tut, das ist wohl getan!

Er zeigt uns oft den Segen,

Und eh' er noch gedeihen kann,

Muss sich die Hoffnung legen.

Weil er allein

Der Schatz will sein,

Nimmt er uns andre Güter

Macht diese Welt uns bitter.

 

4.) Was Gott tut, das ist wohl getan!

Wenn man nach reichem Säen

Doch wenig Garben ernten kann,

So ist's vielleicht geschehen,

Weil Gott auch Frucht

Bei u n s gesucht

Und doch hat müssen klagen,

Dass wir so schlecht getragen.

 

5.) Was Gott tut, das ist wohl getan!

Wir müssen besser werden.

Man baue nur die Herzen an,

So folgt die Frucht der Erden.

Den Mangel muss

Ein Überfluss

Zu andrer Zeit ersetzen

Und Feld und Herz ergötzen.

 

6.) Was Gott tut, das ist wohl getan!

Es geh nach seinem Willen;

Lässt es sich auch zum Hunger an,

Er weiß ihn doch zu stillen.

Obgleich das Feld,

Nicht viel enthält,

Man kann bei wenig Brocken

Satt werden und frohlocken.

 

7.) Was Gott tut, das ist wohl getan!

Das Feld mag traurig stehen,

Wir gehn getrost die Glaubensbahn

Und wollen Gott erhöhen.

Sein Wort ist Brot,

So hat's nicht Not,

Die Welt muss eh' verderben,

Als wir vor Hunger sterben.

 

8.) Was Gott tut, das ist wohl getan!

So wollen wir stets schließen,

Und ist bei uns kein Kanaan,

Wo Milch und Honig fließen,

Doch ist's genung

Zur Sättigung,

Wenn Gott den Löffel segnet,

Ob's gleich nicht Scheffel regnet.

 

9.) Was Gott tut, das ist wohl getan!

Wie er es nun gefüget,

So nehmen wir es billig an

Und sind dabei vergnüget.

Wenngleich der Kad (a)

Sehr wenig hat,

Doch wird ein jeder Bissen

Im Munde quellen müssen.

 

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(a) Kad (Cad)

Dieses Wort stammt vom hebräischen kad 'Topf, Eimer',

das auch im hebräischen Bibeltext an dieser Stelle (1 Könige 17,14)

verwendet und von Luther unübersetzt übernommen wurde.

Auch außerhalb der Bibel - aber sicherlich in Anlehnung an

Luthers Übersetzung - wurde 'Cad' im 17. und 18. Jhdt.

im Deutschen verwendet. Grimm DWB zitiert: M. Wiedemann (1660-1719)

'Wenn Ölkrug, Kad und Tisch voll Öl und Vorrat stehen ...'

und J.C. Günther (1695-1723) 'Und wär' auch gleich mein Cad

nicht stets gedrungen voll ...'. - Jüngere deutsche Wörterbücher -

auch die größten - kennen das Stichwort 'Cad / Kad' nicht mehr.

 

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Text: Benjamin Schmolck

Melodie: Eigenmelodie

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gefunden in:

Evangelisch-lutherisches Gesangbuch

der Provinz Schleswig-Holstein, 1903

Herausgegeben gem. dem Beschluss

der 2. ordentlichen Gesamtsynode 1883

Lied-Nummer 449.

Kapitel Segnungen und Heimsuchungen

Verlag Julius Bergas.

Strophen 5, 9 und 9 dort nicht

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ähnlich unter: Zwickauer Gesangbuch, 1871

Liednummer 940, Kapitel Kreuz und Trost

Druck und Verlag R. Zückler

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Benjamin Schmolck, * 21.12.1672 in Brauchitschdorf (Schlesien), evangelischer lutherischer Pfarrer in Schweidnitz/Swidnica (heute Polen), bekannt als Erbauungsschriftsteller, + 12.02.1737 in Schweidnitz.

Schmolck wurde 1702 Pfarrer an der Friedenskirche in Schweidnitz, einer der nach dem westfälischen Frieden nur drei verbliebenen evangelischen Kirchen in Schlesien.

Dort war sein Wirken vor allem vom Kampf gegen die Gegenreformation gekennzeichnet.

Seine Gemeinde umfasste 14.000 Gläubige, jährlich wurden 1500 Kinder getauft. Er dichtete etwa 1200 Lieder, die in 20 Sammlungen herausgegeben wurden, und verfasste zahlreiche Erbauungs- und Gebetbücher. Beeinflusst durch den Pietismus war er ein herausragender und bekannter Kirchenlieddichter von ungewöhnlicher Frömmigkeit, Standhaftigkeit und ausgeprägter Christusliebe, dessen Lieder die Betonung eines persönlichen Verhältnisses zu Gott in einem lebendigen Glauben mit der festen Verwurzelung im Grunde des lutherischen Bekenntnisses verband. Seine Lieder treffen einen volkstümlichen Ton, was ihre Beliebtheit und weite Verbreitung erklärt.

Das gegenwärtige 'Evangelische Gesangbuch' enthält fünf seiner Lieder, darunter 'Jesus soll die Losung sein' (EG 62), 'Schmückt das Fest mit Maien' (EG 135) und das allseits beliebte Sonntagslied 'Tut mir auf die schöne Pforte' (EG 166).

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Taken on August 25, 2012