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Mein Mund und Geist erhebt des Höchsten Güte | by amras_de
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Mein Mund und Geist erhebt des Höchsten Güte

Photo: Evangelischer Dom im Schleswig, Schleswig-Holstein, 1986

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Mein Mund und Geist erhebt des Höchsten Güte

 

1.) Mein Mund und Geist erhebt des Höchsten Güte.

Mein Gott, mein Heil, erwecket mein Gemüte,

Das seine Lust nicht mehr verschließen kann.

Ich bin nur Staub, bin nichts vor Gott zu nennen.

Doch will er mich, den Niedrigen erkennen

Und blicket mich im Elend gnädig an.

 

2.) Wer staunet nicht! Wo finde ich die Weisen,

Die aller Welt die Seligkeiten preisen,

Durch die der Herr mich ewig glücklich macht!

O, wer besingt, wer zählt die Wunderwerke,

Die Gott an mir, durch seine Huld und Stärke,

Von meiner Kindheit auf schon hat vollbracht?

 

3.) Unendlich ist sein Reichtum an mir Armen:

Unenedlich ist an jedem sein Erbarmen,

Der ihn allhier in treuer Demut ehrt.

Es winket kaum die allmachtsvolle Rechte.

So fallen hin die mächtigsten Geschlechte,

Und aller Trotz der Sünder wird zerstört.

 

4.) Sein Eifer stürzt den Frevler von dem Throne:

Und seufzt zu ihm ein Frommer in dem Hohne,

So macht er ihn vor den Tyrannen groß.

Es krönt und füllt die Hungrigen mit Segen.

Die, welche sich in reichem Stolze pflegen,

Die lässt er leer, sie bleiben nackt und blos.

 

5.) Sein Israel, das er sich auserkoren,

Erfährt die Treu, die er ihm zugeschworen

Und steht und steigt durch aller Zeiten Lauf.

Was kann uns wohl die Welt und Hölle schaden?

Der Herr gedenket seines Bunds in Gnaden

Und richtet uns durch unsern Heiland auf.

 

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Autor: Johann Jakob Spreng

Melodie: Eigene Melodie/ohne Angaben

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gefunden in:

Gesangbuch der evangelisch-lutherischen

Domgemeinde zu Bremen

verlegt bei Carl Schünemann, Bremen, 1830

Liednummer 165

Thema: Mariä Heimsuchung

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Johann Jacob Spreng (* 31. Dezember 1699 in Basel; † 24. Mai 1768 in Basel) war ein Schweizer Theologe und Professor für Griechisch an der Universität Basel, sowie Kirchenlieddichter. Er ist bekannt als Verfasser einer handschriftlichen Sammlung von Basler Mundartausdrücken.

Spreng wurde nach dem Studium der evangelischen Theologie Hauslehrer, 1724 wurde er von Karl VI. in Wien zum kaiserlichen Poeten gekrönt und war später Geistlicher in Württemberg und in der Pfalz. 1746 kehrte er nach Basel zurück, wurde 1743 außerordentlicher Professor für Rhetorik und deutsche Poesie. 1754 wurde er außerordentlicher Professor der Schweizer Geschichte, 1762 Professor für Griechisch. Daneben verfasste er unter dem Titel ‚Idioticon Rauracum’ oder Baselisches Wörterbuch eine handschriftliche Sammlung des mundartlichen Wortschatzes von Basel, die heute in der Universitätsbibliothek Basel aufbewahrt wird. Albert Knapp nahm in seinen Liederschatz 1850 sieben Lieder von Spreng auf.

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Taken on October 30, 2010