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Auf, singt heut Jubellieder | by amras_de
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Auf, singt heut Jubellieder

Bild: Osterglocken (nachbearbeitetes Photo)

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Auf, singt heut Jubellieder

 

1.) Auf, singt heut Jubellieder,

Der Heiland lebet wieder.

Ihn hält kein eignes Grab.

Umsonst war das Verriegeln,

Vergebens das Versiegeln,

Der Stein wälzt sich von selbsten ab.

 

2.) Der Erden Grund erschüttert,

Die Wache bebt und zittert

Und wird von Furcht gejagt.

Der Glanz, der sie umringet

Und aus dem Grabe dringet,

Macht sie bestürzet und verzag.

 

3.) Der Abgrund heult und brüllet,

Ein Klaggeschrei erfüllet

Die weite Höllenkluft.

Der Himmel jauchzt und lachet,

Dieweil der Held erwachet

Trotz der verschlossnen Totengruft.

 

4.) Willkommen, Überwinder!

Willkommen, Trost der Sünder!

Willkommen, Heil der Welt!

Willkommen! Schlangentreter

Und Hoffnung aller Väter!

Willkommen, größter Wunderheld!

 

5.) Du bist von Todesbanden

Heut prächtig auferstanden,

Und aus dem Schlaf erwacht.

Nur deine Sterbebinden

Sind in der Gruft zu finden,

Du aber hast dich frei gemacht.

 

6.) Der Kampf ist dir gelungen,

Du hast den Feind bezwungen,

Der sich den Sieg versprach.

Du hast sein Heer geschlagen

Und er muss Fesseln tragen

Zu deinem Ruhm und seiner Schmach.

 

7.) Er meinte dich zu fällen

Und fiel im Grimm der Höllen

Mit Ungestüm auf dich.

Doch hast du keine Wunden

Von seiner Wut empfunden,

Als einen schwachen Fersenstich. (a)

 

8.) Für wen hast du gelitten?

Für wen hast du gestritten

Und obgesiegt, o Held?

Für Adams böse Kinder,

Für hingeworfne Sünder,

Für eine lastervolle Welt.

 

9.) O, wer begreift die Triebe

So wunderbarer Liebe?

Und wer erstaunt hier nicht?

Für freche Sündenknechte

Erduldet der Gerechte

Ein unverdientes Strafgericht.

 

10.) Lasst uns doch nicht vergessen,

Die Gnade zu ermessen,

Die heut' uns wiederfährt.

Lasst uns das Herz erneuern

Und so die Ostern feiern,

Wie Dank und Pflicht von uns begehrt.

 

11.) Kein Sauerteig der Sünden

Sei mehr bei uns zu finden,

Der uns bisher befleckt.

Lasst uns hinfort das Leben

Bloß dessen Dienst ergeben,

Den Gott für uns vom Tod erweckt'.

 

12.) Hilf, Jesu, selbst uns kämpfen,

Die böse Lust zu dämpfen,

Die uns zur Sünde treibt.

Wir können sonst nicht siegen

Und müssen unterliegen,

Wo nicht dein Beistand bei uns bleibt.

 

(a) die Schlange gilt in der Bibel als Symbol des Bösen und der Sünde.

Gott spricht: ‚Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.' ( 1. Buch Mose, Kapitel 3, Vers 15)

Jesus Christus als der Erlöser der Menschheit von den Erbsünden wird oft als Schlangen(zer)treter bezeichnet oder dargestellt, der im Moment der Tötung der Schlange von ihr einen Biss in die Ferse erhält.

 

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Autor: Daniel Wilhelm Triller

Melodie: Nun ruhen alle Wälder

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gefunden in der

Anthologie christlicher Gesänge

aus allen Jahrhunderten der Kirche

Vierter Band

Herausgegeben von August Jakob Rambach

verlegt bei J. F. Hammerich,

Altona und Leipzig, 1822

Thema: Ostern

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Daniel Wilhelm Triller (* 10.02.1695 in Erfurt, + 22.05.1782 in Wittenberg) war deutscher Arzt, Universitätslehrer und evangelischer Kirchenlieddichter. Mit sechs Jahre verlor er im selben Jahr Vater und Mutter, als die Familie in Altenburg lebte und wurde danach von seinem Vetter aufgenommen, der Bürgermeister in Zeitz war. Dort besuchte das Gymnasium bis er 1713 an die Universität Leipzig ging, um Medizin zu studieren. Darüber hinaus beschäftigte er sich auch mit alten und neuen Sprachen, was ihn dazu bewog, sich mit der Dichtkunst zu befassen. 1718 wurde er in Halle/Saale im Fach Medizin promoviert, danach lehrte er selbst in Leipzig und wurde 1720 zum Landphysikus nach Merseburg berufen. Dort verfasste er die ersten Kirchenlieder und gab 1723 ein Passionsspiel mit einem Anhang eigener Passionslieder in Druck. Es folgten Kirchenlieder, besonders zum Thema der Gottesgröße und seiner Heiligkeit. 1730 wurde er nach Usingen berufen, um einen Nassau-Saarbrückischen Erbprinzen auf einer Europareise als Leibarzt zu begleiten. Im Frühjahr 1732 kehrte er nach Deutschland zurück und verfasste mehrere naturwissenschaftliche Arbeiten, was ihm 1744 einen Ruf nach Frankfurt am Main als ordentlicher Rat und Leibarzt des Reichhofrats-Kollegiums einbrachte, von wo er 1745 zum ersten Leibarzt des Herzogs von Sachsen-Weißenfels berufen und nach dessen Tod 1746 Hofrat und Leibarzt des Kurfürsten Friedrich August II von Sachsen wurde. 1749 wurde er ordentlicher Professor für Medizin an der Universität Wittenberg, wo er 1782 im hohen Alter von 87 Jahren starb.

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Taken on May 8, 2012