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Gott das höchste Wesen nennen

Evangelische Alte Nikolaikirche, Frankfurt/Main in Hessen

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Gott das höchste Wesen nennen

 

1.) Gott das höchste Wesen nennen,

Zeigen auch die Himmel an.

Gott als einen Bunds-Gott kennen,

Hat auch Moses kund getan.

Aber Gott als Vater ehren,

Kann allein der Sohn uns lehren.

 

2.) Dass er uns mit sich versühnet,

Dass er alle Welt geliebt,

Dass des Sohnes Blut uns dienet,

Dass der Sohn den Geist uns gibt,

Das hat Jesus uns entdecket,

Sonst blieb's ewig uns verstecket.

 

3.) Sohn! In dem des Vaters Namen

Uns auf Erden kundbar ward,

Dir dankt aller Mund zusammen,

Wem du ihn geoffenbart.

Das ist ja das ew'ge Leben,

Gott den Namen Vater geben.

 

4.) Vater, nimm von uns, als Kindern,

Lob und Ehre, Dank und Ruhm.

Mach, o Sohn, das Herz uns Sündern

Zu des Vaters Heiligtum.

Schreib auch deines Gottes Namen

Dort einst ewig auf uns, Amen.

 

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Text: Philipp Friedrich Hiller

Melodie: Was sind wir ohne Jesu

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gefunden in:

Geistliches Liederkästlein

von Philipp Friedrich Hiller

verlegt bei Chr. Jakob Friedr. Kalbfell

Reutlingen, 1837

Erster Band - Lied für den 01. Oktober

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Philipp Friedrich Hiller, geboren am 6.01.1699 in Mühlhausen an der Enz, heute ein Stadtteil von Mühlacker, evangelischer Pfarrer und ein bedeutender Kirchenlieddichter des württembergischen Pietismus,† 24.04.1769 in Steinheim am Albuch. Hiller wurde als Sohn eines Pfarrers geboren. Als er zwei Jahre alt war, starb sein Vater. Seine Mutter heiratete 1706 den Bürgermeister von Vaihingen an der Enz, der ihm ein guter Stiefvater war. Ab dem 14. Lebensjahr besuchte Hiller die Klosterschule in Denkendorf. Hier gewann der Klosterpräzeptor Johann Albrecht Bengel entscheidenden Einfluss auf Hiller. Ab 1716 besuchte er die Klosterschule in Maulbronn, ab 1719 das Theologische Stift in Tübingen.

Im Anschluss an seine Studien wurde Hiller 1724 Pfarrgehilfe in Brettach. Nach drei Jahren kehrte er zu seinen Eltern in Vaihingen zurück. Hier unterrichtete er seinen Bruder und vertrat benachbarte Pfarrer. Anschließend war er eine Zeitlang in Schwaigern Vikar, bevor er 1729 als Hauslehrer nach Nürnberg ging, wo er von 1729 bis 1731 weilte.

Ende 1731 ging Hiller als Vikar nach Hessigheim am Neckar. Die dortige Pfarrerstochter wurde 1732 seine Frau. Von 1732 bis 1736 war er Pfarrer in Neckargröningen bei Ludwigsburg, anschließend in Mühlhausen an der Enz und ab 1748 in Steinheim am Albuch bei Heidenheim. Wegen des geringen Gehaltes und mancherlei Krankheiten innerhalb seiner Familie hatte er große Sorgen um das tägliche Brot. 1751 erkrankte er selbst an einem Halsleiden. Trotz ärztlicher Bemühungen drohte er die Stimme zu verlieren. Wegen der andauernden Heiserkeit musste er die Predigertätigkeit aufgeben. Er behielt sein Amt bei, kümmerte sich um die Seelsorge. Den öffentlichen Dienst versah ein Vikar.

Durch seine Krankheit hatte er mehr Zeit für das Bibelstudium und seine dichterischen Arbeiten. Bis heute ist er in Württemberg der beliebteste Liederdichter. Er hatte 1073 Lieder gedichtet. Als sein Meisterstück zählt das am 28. August 1755 über Epheser Kapitel 1, Vers 21 und 22 gedichtete Lied 'von dem großen Erlöser': 'Jesus Christus herrscht als König' (EKG 123).

 

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Taken on February 3, 2007