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Ostern / Easter 2009 | by amras_de
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Ostern / Easter 2009

Freiwillig hab ich's dargebracht

 

Jesus Christus spricht:

 

1.) »Freiwillig hab ich's dargebracht,

Und niemand nimmt mein Leben.

Es selbst zu lassen, hab ich Macht,

Macht, wieder mir's zu geben.

Und darum liebt mein Vater mich,

Dass ich mein Leben lass, und ich

Für meine Feind es lasse.

 

2.) Ich bin in meiner Niedrigkeit

Ein Ärgernis auf Erden.

Verschmäht, gegeißelt und verspeit,

Gekreuzigt werd ich werden.

Wenn alles dies vollendet ist:

So wird des Menschen Sohn, der Christ,

Nicht die Verwesung sehen.

 

3.) Weil er sich selbst erniedrigt hat,

So wird ihn Gott erhöhen.

Ich leid und sterb an eurer statt,

Dann werd ich auferstehen.

Am dritten Tag geh ich heraus,

Lösch alle Schmach des Kreuzes aus.

Als Gottes Sohn bewiesen.

 

4.) Ich will euch sehn, erfreuet euch,

Euch siegreich wiedersehen.

Euch lehren, meines Vaters Reich

Und hohen Rat verstehen.

Euch den verheißnen Geist verleihn.

Und ihr sollt meine Zeugen sein,

Dass ich vom Tod erstanden.

 

5.) Geht hin und lehret alle Welt.

Ich bin des Weibes Samen,

Der Samen Abrahams, der Held.

Und tauft in meinem Namen.

Wer an Gott gläubt, gläubt auch an mich.

Tut Wunder, und beweist, dass ich

Zur Rechten Gottes sitze.

 

6.) Kämpft für mein Evangelium,

Und freuet euch der Leiden.

Kein Engel und kein Fürstentum,

Nichts soll euch von mir scheiden.

Man wird euch hassen, und euch schmähn,

Euch töten. Dennoch soll's geschehn,

Dass eure Lehre sieget.«

 

Wir sprechen:

 

7.) Herr, unser Heil! Sie hat gesiegt,

Und siegt in allen Landen,

Und zeuget, dass dein Wort nicht trügt,

Und zeugt, du bist erstanden.

Dein Kreuz, an das man dich erhöht,

Verwandelt sich in Majestät.

Du gehst aus deinem Grabe.

 

8.) Gehasst in deiner Niedrigkeit,

Warst du ein Ziel des Spottes,

Und zeigtest doch zu gleicher Zeit

An dir die Hoheit Gottes.

Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Greul.

Doch sterben für der Feinde Heil,

Dies ist die höchste Tugend.

 

9.) Dein Reich war nicht von dieser Welt,

Dein Ruhm nicht Menschenehre.

An Demut groß, an Lieb ein Held.

Und göttlich in der Lehre.

Geduldig, und von Sünden rein,

Gehorsam, bis zum Kreuze, sein.

Dies war des Heilands Größe.

 

10.) Du starbst am Kreuz, doch war dir nicht

Die Kraft des Herrn gegeben?

Wer gab den Blinden das Gesicht?

Den Toten selbst das Leben?

Und wem gehorchte Wind und Meer?

Und wem der bösen Geister Heer?

Du warst von Gott gekommen.

 

11.) Nun irren mich nicht Schmach und Spott,

Noch deines Kreuzes Schanden.

Du bist mein Herr, du bist mein Gott.

Denn du bist auferstanden.

Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort,

Der Herr, durch dessen mächtig Wort

Auch ich einst ewig lebe.

 

12.) Wir sind nun göttlichen Geschlechts,

Durch dich des Himmels Erben.

Dies ist die Hoffnung deines Knechts,

In dieser will ich sterben.

Wie du vom Tod erstanden bist.

So werd auch ich, Herr Jesu Christ,

Am Jüngsten Tag erstehen.

 

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Text: Christian Fürchtegott Gellert

Mögliche Weise: Such, wer da will ein ander Ziel

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Christian Fürchtegott Gellert (* 4. Juli 1715 in Hainichen. † 13. Dezember 1769 in Leipzig) war ein deutscher Dichter und Philosoph.

Gellert wuchs zunächst als fünfter Sohn von 19 Kindern einer evangelischen Pastorenfamilie in ärmlichen Verhältnissen auf, besuchte aber ab 1729 die Fürstenschule St. Afra in Meissen.

Sein älterer Bruder Christlieb Ehregott wurde als Metallurge und Mineraloge bekannt. 1734 nahm Gellert an der Universität Leipzig sein Studium auf. Er schloss sein Studium 1744 mit einer Dissertation über Theorie und Geschichte der Fabel ab.

Seit 1745 hielt er in Leipzig Vorlesungen über Poesie, Beredsamkeit und Moral, 1751 wurde er zum ausserordentlichen Professor für Philosophie ernannt und war seitdem als Hochschullehrer tätig. Seine Vorlesungen über Moral erregten bei den Zeitgenossen grosses Aufsehen.

Darüber hinaus trat er als Dichter noch heute bekannter Kirchenlieder hervor.

Goethe bezeichnete Gellerts Morallehre als 'Fundament der deutschen sittlichen Kultur'.

 

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Taken on April 12, 2009