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Jetzt ist die angenehme Zeit | by amras_de
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Jetzt ist die angenehme Zeit

Photo: Mathildenhöhe Darmstadt Werkkunstgebäude Ernst-Ludwig-Haus

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Jetzt ist die angenehme Zeit

 

1.) Jetzt ist die angenehme Zeit.

Jetzt ist der Tag des Heils.

Die Gnade, die Gott anerbeut, (a)

Gilt mir auch meines Teils.

 

2.) Die Gnade ist annehmungswert

Und unbegreiflich groß,

Der Sohn bracht sie, eh' wir's begehrt,

Aus seines Vaters Schoß.

 

3.) Der Undank muss ja strafbar sein,

Der Gnade von sich stoßt,

Ihm folgt mit Recht die Höllenpein

Und Reue ohne Trost.

 

4.) Herr, schaff, dass deine Gnade nicht

An mir vergeblich sei.

Wer Gnade hat, ist vom Gericht

An jenem Tage frei.

 

5.) Gib, dass ich dich auf jeden Tag

Um deine Gnade fleh

Und mich im Glauben trösten mag,

Dass ich in Gnaden steh.

 

6.) Kommt deine Gnade an mein Herz

Mit ihrer sanften Zucht,

Gib, dass ich nicht die Zeit verscherz,

Worin sie mich besucht.

 

7.) So oft ich bete, höre du

Mich von dem Gnadenthron

Und setzt mir Welt und Satan zu,

So hilf du mir davon.

 

8.) Mach mir die letzten Stunden einst

Zur angenehmen Zeit

Und zeig mir, wenn du nun erscheinst,

Dein Heile in Ewigkeit.

 

(a) anbietet

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Text: Philipp Friedrich Hiller

Melodie: Jetzt ist die angenehme Zeit

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gefunden in:

Sammlung der vorzüglichsten Lieder

für Kirche, Schule und Haus

verlegt bei Samuel Elsner, Berlin, 1832

Liednummer 1079 - Die Gnadenzeit

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Philipp Friedrich Hiller, geboren am 6.01.1699 in Mühlhausen an der Enz, heute ein Stadtteil von Mühlacker, evangelischer Pfarrer und ein bedeutender Kirchenlieddichter des württembergischen Pietismus,† 24.04.1769 in Steinheim am Albuch. Hiller wurde als Sohn eines Pfarrers geboren. Als er zwei Jahre alt war, starb sein Vater. Seine Mutter heiratete 1706 den Bürgermeister von Vaihingen an der Enz, der ihm ein guter Stiefvater war. Ab dem 14. Lebensjahr besuchte Hiller die Klosterschule in Denkendorf. Hier gewann der Klosterpräzeptor Johann Albrecht Bengel entscheidenden Einfluss auf Hiller. Ab 1716 besuchte er die Klosterschule in Maulbronn, ab 1719 das Theologische Stift in Tübingen.

Im Anschluss an seine Studien wurde Hiller 1724 Pfarrgehilfe in Brettach. Nach drei Jahren kehrte er zu seinen Eltern in Vaihingen zurück. Hier unterrichtete er seinen Bruder und vertrat benachbarte Pfarrer. Anschließend war er eine Zeitlang in Schwaigern Vikar, bevor er 1729 als Hauslehrer nach Nürnberg ging, wo er von 1729 bis 1731 weilte.

Ende 1731 ging Hiller als Vikar nach Hessigheim am Neckar. Die dortige Pfarrerstochter wurde 1732 seine Frau. Von 1732 bis 1736 war er Pfarrer in Neckargröningen bei Ludwigsburg, anschließend in Mühlhausen an der Enz und ab 1748 in Steinheim am Albuch bei Heidenheim. Wegen des geringen Gehaltes und mancherlei Krankheiten innerhalb seiner Familie hatte er große Sorgen um das tägliche Brot. 1751 erkrankte er selbst an einem Halsleiden. Trotz ärztlicher Bemühungen drohte er die Stimme zu verlieren. Wegen der andauernden Heiserkeit musste er die Predigertätigkeit aufgeben. Er behielt sein Amt bei, kümmerte sich um die Seelsorge. Den öffentlichen Dienst versah ein Vikar.

Durch seine Krankheit hatte er mehr Zeit für das Bibelstudium und seine dichterischen Arbeiten. Bis heute ist er in Württemberg der beliebteste Liederdichter. Er hatte 1073 Lieder gedichtet. Als sein Meisterstück zählt das am 28. August 1755 über Epheser Kapitel 1, Vers 21 und 22 gedichtete Lied 'von dem großen Erlöser': 'Jesus Christus herrscht als König' (EKG 123).

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Taken on July 16, 2006