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Schmetterlingstraum

Heute fürchte ich nichts,

heute zeige ich mich

freimütig schutzlos dem Tag

und wage mich zu freuen,

weil ich lebe,

weil ich auf meine Art lebe,

die nur ich weiß und kann,

ein Leben unter Milliarden,

aber das meine, das etwas sagt,

was kein anderer sagen kann.

Das Einmalige eines jeden Lebens.

Es macht heiter zu wissen,

dass jeder recht hat mit sich selbst.

Schön ist es älter zu werden,

erlöst von sich selbst,

von der gewaltigen Anstrengung

"etwas zu werden",

etwas darzustellen in dieser Welt,

gelassen sich einzufügen

irgendwo, wo gerade Platz ist

und überall zu sein

und weiter nichts

als einer von Milliarden.

(Luise Rinser)

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Taken on August 19, 2012