Burg und Gut Spantekow, Anklam-Land, Mecklenburg-Vorpommern
Spantekow, Amt Anklam-Land, Landkreis Vorpommern-Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern

Die Festung Spantekow gilt als älteste und bedeutendste Renaissance-Burganlage Norddeutschlands und umfasst eine Fläche von ca. 4 Hektar.

Auf dem Gelände der heutigen Festung befindet sich bereits im frühen Mittelalter eine Ringburganlage, von der auch heute noch Mauerreste erhalten sind.

Die alte Burg Spantekow, das slawische "castrum Spantekow" (= Burg des Svantek), gehört seit 1258 zum Besitz des Ritters Werner I. von Schwerin. Dieser und seine Söhne werden danach 1315 und 1321 als Erben der Burg durch die Pommernherzöge Otto I. und Barnim III. bestätigt.
Damit gilt Spantekow als einer der Ursitze der Familie von Schwerin.

Im 13. und 14. Jahrhundert steigen die Grafen von Schwerin zu einem reichen und einflussreichen Adelsgeschlecht auf. Im 14. und 15. Jahrhundert befehden sie sich regelmäßig mit den Bürgern der benachbarten Hansestadt Anklam.

Durch zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen wird die Burg immer wieder beschädigt und verfällt nach und nach.

Von 1558 bis 1567 lassen der Großhofmeister Ulrich von Schwerin und seine Frau Anna von Arnim das Renaissance-Schloss nach alten Plänen neu aufbauen und die Burg als Niederungsfestung erweitern.
Unter Leitung des Wallbaumeisters Jost Spangenberg entsteht eine neue Anlage mit wassergefülltem Wallgraben auf einem künstlich angelegten Hügel.

Während des Dreißigjährigen Krieges hält die Burg im Jahre 1627 den Ansturm der kaiserlichen Truppen unter Albrecht von Wallenstein stand.

Nach dem Tod von Virigenz von Schwerin 1634 kommt die Burg in den Besitz seines Schwagers, des schwedischen Grafen Erich Stenbock (1612–1659).

Während des Schwedisch-Brandenburgischen Krieges wird Spantekow 1677 von brandenburgischen Truppen belagert und erobert. Kurfürst Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg lässt die Festung schleifen und Bastionen, Türme und Hauptgebäude sprengen.
Das dabei stark in Mitleidenschaft gezogene Renaissance-Schloss ist danach noch bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhundert unbewohnt.

Es entstehen Wohn- und Wirtschaftsgebäude im Stil der Renaissance. Vom Grundriss her bleibt zwar der Festungscharakter erhalten, jedoch wird Spantekow fortan als Herrensitz genutzt.

Wegen vorsätzlichem Treuebruch wird 1715 der regierende Graf von Stenbock von König Friedrich Wilhelm I. von Preußen enteignet, und Spantekow wird 1720 Domäne in preußischem Staatsbesitz.

1748 brent die Schlosskirche nieder und wird auch nicht wieder aufgebaut. Heute finden sich von der Kirche nur noch Fundamentreste.

Generalfeldmarschall Kurt Christoph Graf von Schwerin aus der vormaligen Besitzerfamilie klagt bereits 1738 auf die Rückgabe von Spantekow an die Familie von Schwerin, aber erst 1820 erwirkt der Landrat Heinrich Graf von Schwerin einen Kabinettbefehl von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, durch den eine rechtliche Entscheidung im Eigentumsstreit um Spantekow angeordnet wird.

1833 kommen Gut und Festung Spantekow wieder in Besitz der Familie von Schwerin. Um eine Teilung des Familienbesitzes zu verhindern, zahlt 1895 Albert Graf von Zieten-Schwerin die Familie aus.

Sein Sohn Hans Bone von Schwerin wird alleiniger Eigentümer von Spantekow und lässt das Schloss in den Jahren 1899 bis 1901 und 1908 modernisieren. Das Schloss wird um ein Stockwerk erhöht und der Treppenturm errichtet.

1945 wird die Familie von Schwerin im Zuge der Bodenreform enteignet, die Anlage der Festung Spantekow kommt unter staatliche Verwaltung. Im Hauptgebäude, dem Schloss, wird ein Altenheim eingerichtet.

Nach 1989 kommt die Festung zunächst unter Verwaltung der Treuhand, das Altersheim wird geschlossen, und das Schloss steht leer bis 1999 Kaspar Freiherr von Harnier, der Enkel des letzten Schlossbesitzers, die Festung zurückkauft.

Das Schloss, Wirtschaftsgebäude, Festungswälle, das Torhaus, Bastionen, Kasematten und Reste der Ringburg sind erhalten und können teilweise besichtigt werden.

Die Anlage ist nach wie vor von einem Wassergraben umgeben, der nur am Festungstor zugeschüttet worden ist. Bis vor einigen Jahren konnte man das Schloss auch über eine hölzerne Brücke über den Festungsgraben erreichen; diese ist mittlerweile jedoch teilweise zusammengebrochen.

Das Burgtor zeigt in seinem Relief den Großhofmeister Ulrich von Schwerin und dessen Frau Anna von Arnim, die 1558-1567 die alte Burg neu errichtet haben.
Das Relief ist eine Reproduktion; das Original befindet sich auf der Burg.

Quellen:

Wikipedia: Festung Spantekow
www.edition-pommern.com
www.burg-spantekow.de
www.gutshaeuser.de
www.amt-anklam-land.de
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