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Frühling - Springtime | by pinguin1961
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Frühling - Springtime

Magdeburg, Sachsen-Anhalt, Deutschland: Frühling im Nordpark.

 

Der Nordpark ist in der Nähe der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg. Viele Studenten sonnen sich im Park, machen Sport, oder veranstalten Grillfeste. Der Nordpark ist somit der grüne Campus der Universität! – Jedes Jahr im Frühling wird der Nordpark blau, weil millionen von Scilla zu blühen beginnen.

 

Info Nordpark:

de.wikipedia.org/wiki/Nordpark_Magdeburg

 

Info Scilla (Blausterne):

de.wikipedia.org/wiki/Blausterne

  

Magdeburg, Saxony-Anhalt, Germany: Springtime in North-Park.

 

The North-Park is nearby of the Otto-von-Guericke University Magdeburg. A lot of students make sunbathing, sport, and barbecues in the park. The North-Park is therefore the green campus of the university! - Every year in springtime the North-Park is blue, because millions flowers of Scilla begins to bloom.

 

Info North-Park:

de.wikipedia.org/wiki/Nordpark_Magdeburg

 

Info Scilla:

en.wikipedia.org/wiki/Scilla

 

Info Magdeburg YouTube:

www.youtube.com/user/MagdeburgStateOfMind

 

Aufgenommen mit Minolta/Konica Dynax 5D

 

Die mahagonifarbene Parkbank mit silbergrauem Graffiti

(Liebeserklärung an den Nordpark - von Dirk Michael Boche)

 

Von weitem sah er aus, wie ein alter Mann. Doch mit jedem Schritt den man sich näherte, bekam man das Bild eines höchstens Mitte dreißig Jahre jungen Burschen, mit dunkelblondem Haar, kurzer schwarzer Hose, weißen Turnschuhen und blau mit weiß gemustertem T-Shirt. Die Gehhilfen dicht links an seine Seite gepreßt, saß er auf einer mahagonifarbenen Parkbank mit silbergrauem Graffiti.

 

In seiner rechten Hand spielte ein Werbekugelschreiber des Mitteldeutschen Rundfunks, während sich die Linke, mit halb ausgestrecktem Arm, fest an die Lehne der mahagonifarbenen Parkbank mit silbergrauem Graffiti klammerte.

 

Rechts von ihm, lag auf der mahagonifarbenen Parkbank mit silbergrauem Graffiti, ein mit wenigen Zeilen beschriebener Schreibblock. Es war ein Schreibblock mit schneeweißem Papier und dem Werbelogo der Deutschen Telekom. Ferner lag dort noch ein Buch mit dem unscheinbaren Titel „Ort der Augen“, bedeckt mit einem mobilen Telefon und einem mit fünf unterschiedlichen Schlüsseln versehenes Bund, daß neben einem Einkaufschiphalter, durch einen orangefarbenen schmunzelnden Garfield geziert wurde.

 

Von Weitem sah er aus, als träumte er in den Tag hinein, ohne auch nur an irgendetwas zu denken. Doch mit jedem Schritt den man sich näherte, sah man sein geschultes Auge, dem anscheinend nichts entkam was sich vor und im Park abspielte. Und sei es nur eine Ameise, die sich auf dem mit rötlichem Splitt bedeckten Weg, über einen Stock quälte. Die mahagonifarbene Parkbank mit silbergrauem Graffiti wurde für ihn zum Hochsitz. Hier entging ihm nichts, fast nichts!

 

Der Wind trieb die ersten Herbstblätter des spätsommerlichen Nachmittags vor sich her. Hier im Park, auf einer mahagonifarbenen Parkbank mit silbergrauem Graffiti, hier im Park, mit seinen fast parallel laufenden Wegen, hier im Park, der bis 1898 noch ein Friedhof im Norden Magdeburgs war, wurde die Ruhe unterbrochen, durch das dumpfe knatternde Geräusch eines Rasenmähers, der mahnenden weit entfernt und doch so nah klingenden Sirene eines Rettungsfahrzeugs, und dem metallischen Rauschen einer Straßenbahn.

 

Doch das wesentliche Geräusch dieses Parks war der Wind. Der an diesem bedeckten Spätsommertag die Äste in Bewegung setzte, wie die Bögen eines Violinkonzertes. Und die Blätter in Schwingung versetzte, wie viele kleine Harfen, nicht so summend und doch aber mit ebensoviel Harmonie.

 

Wenige Kinderstimmen drangen wie gefiltert bis zur mahagonifarbenen Parkbank mit silbergrauem Graffiti vor. Die Stimmen verschmolzen mit dem Konzert des Windes zu einer erhebenden Partitur, während sich das Laub an einem Grabstein, nur zehn Schritt weit entfernt von der mahagonifarbenen Parkbank mit silbergrauem Graffiti, verfing und zu tanzen begann.

 

Scheinbar lautlos zog ein Läufer seine Joggingbahn. Ob auch er das Geräusch dieses Parks, den Wind der an diesem bedeckten Spätsommertag die Äste in Bewegung setzte wie die Bögen eines Violinkonzertes, und der die Blätter in Schwingung versetzte wie viele kleine Harfen, nicht so summend und doch aber mit ebensoviel Harmonie; ob auch er dieses Geräusch in sich aufnahm? - Wohl kaum! Die fließend athletisch anmutenden Bewegungen des Läufers wurden hastiger. Es begann zu regnen.

An diesem Spätsommertag war der höchstens Mitte dreißig Jahre junge Bursche der Einzige im Park, der im Regen auf einer Parkbank saß. - Die mahagonifarbene Parkbank mit silbergrauem Graffiti, es gibt sie noch immer. Ohne Graffiti. Und das Holz ist schon morsch!

 

Doch wenn Du Dich in den Park setzt und die Augen schließt, kannst Du es spüren: Das Herz des Nordparks, den Wind der an diesem bedeckten Spätsommertag die Äste in Bewegung setzte wie die Bögen eines Violinkonzertes, und der die Blätter in Schwingung versetzte wie viele kleine Harfen. Nicht so summend, aber mit ebensoviel Harmonie.

 

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Taken on March 28, 2011