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Die Mykologen - Glückspilze - Lucky Fellows - Fungi Experts | by h.koppdelaney
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Die Mykologen - Glückspilze - Lucky Fellows - Fungi Experts

 

Amanita Muscaria

Mycological Experts

Discovery of Magic

 

HKD

 

Der Glückspilz

 

Gerade als der Zug sich in Bewegung setzte, erzählte der ältere Mann seiner ihm gegenübersitzenden Frau von seiner Begegnung mit dem Mykologen. Er habe ihn auf einem Spaziergang im Wald getroffen, genauer am Waldrand wo ein paar große Birken zum angrenzenden Zuckerrübenfeld standen. Seine Frau bestätigte, dass sie die Stelle genau kenne, auch wenn sie die Strecke in den letzten zwei Jahren nicht mehr mitgegangen sei.

Der Zug rollte langsam aus dem Bahnhof als noch ein großes Wandplakat mit einem Fliegenpilz und zwei Raben sichtbar wurde. Die Werbung einer Lotterie versprach, sie mache Pechvögel zu Glückspilzen.

Der Mann verwies auf das Plakat und meinte, das sei nun aber ein Zufall, denn der Pilzforscher habe ihm genau die Prachtexemplare der Sorte Fliegenpilz gezeigt, von denen gleich ein halbes Dutzend hinter den Birken aus dem Boden sprießten.

„Wir hatten uns schon ein paar Minuten über Pilze unterhalten“, sagte der Mann. „Da fiel mir nämlich ein, warum ein giftiger Pilz als Glückspilz bezeichnet würde. Und so habe ich den Experten danach gefragt.“

Und dieser habe erst einmal klargestellt, dass der Amanita Muscaria nicht so giftig sei, wie behauptet würde. Obwohl die frühen Schamanen ihn als einen sogenannten Reisepilz bezeichneten, sei er eben aufgrund dieser berauschenden Wirkung mit großer Vorsicht zu betrachten.

„Sibirische Schamanen“, sagte der Mann, „sollen bis zum heutigen Tag den Pilz verzehren, um in eine Trance zu fallen, in der sie in das Jenseits fliegen.“ Er kicherte während er fortfuhr: „Und iih dachte früher, der Pilz habe etwas mit den lästigen Insekten zu tun.“

Der Mann erzählte seiner Frau noch weitere Details, die ihm der Mykologe über die hübschen Rotkäppchen mitgeteilt hatte und kam schließlich auf „Alice im Wunderland“ zu sprechen. Auch in diesem klassischen Märchen spiele der Fliegenpilz eine magische Rolle.

„Es gibt da ein Bild von einem Fliegenpilz“, sagte er. „auf dem eine Raupe sitzt, die ganz genüsslich ein Pfeifchen raucht und Alice ein paar interessante Hinweise über die Wunderwelt gibt, in der sie sich da gerade befindet.“

Der Fliegenpilz sei ein Pilz, der Reisende ins Wunderland führen könne, fuhr er fort, warnte aber wieder vor Übelkeit und Muskelkrämpfen. Außerdem schmecke er ein wenig widerlich, sodass sein Verzehr nichts mit Genuss zu tun habe.

Er fuhr fort: „Den Schamanen aber scheint das nichts ausgemacht zu haben, denn sie freuten sich stets beim Auffinden dieses heiligen Pilzes.“

Heilig sei er wohl darum, weil man mit seiner Hilfe ins Jenseits reisen könne, in das Reich der Götter und Geister. Dort könne man mit Krafttieren, mit Geistern und den Ahnen kommunizieren.

„Die Schamanen fragen dort auch Raben um Rat“ sagte der Mann. „Sie gelten für viele als ebenso heilig wie die Pilze selbst. Mit ihrer Hilfe können sie Menschen von Krankheiten heilen.“

Der Mann schmunzelte und meinte, er habe selten seine Meinung so vollkommen ändern müssen und fuhr fort: „Für viele Naturvölker galt der Pilz als Medizin. Wer ihn fand, konnte Heilung finden und hatte Glück. Hier liegt der Ursprung für die Bezeichnung ‚Glückspilz’“

 

HKD

 

Digital art based on own photography and textures

 

HKD

 

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Taken on September 29, 2011