100 Jahre Rotax im Motorradmuseum Vorchdorf
Rotax wurde 1920 in Deutschland als Hersteller von Fahrradnaben gegründet und 1930 nach dem Konkurs von Fichtel & Sachs übernommen, die den Markennamen vorerst schubladisierten. Als das F&S Werk im zweiten Weltkrieg bombardiert worden war, lagerte F&S eine Werksabteilung ins oberösterreichische Gunskirchen aus, um dort kriegswichtige Produkte herzustellen. Dafür wurde die Marke Rotax wieder aktiviert. 1955 wurde das bis dahin deutsche Werk privatisiert und vom Fahrzeug- und Rollerhersteller Lohner übernommen. Der stellte das häufig am Rande der Existenz taumelnde und oft eher im Tauschhandel agierende Unternehmen auf feste Beine, indem er den Export ankurbelte: Rasenmähermotoren gingen in die ganze Welt, Bootsmotoren nach Thailand und 175er Aggregate mit Aluzylinder nach Kanada zum Tragkraftspritzenhersteller Xyax. Darauf wurde Bombardier aufmerksam, und es entwickelte sich eine Geschäftsbeziehung, infolge der Rotax Motoren für Skidoos lieferte. 1970 übernahm der kanadische Konzern das Werk in Gunskirchen. Bombardier war es dann, der die Infrastruktur bei Rotax auf ein professionelles Niveau anhob, vorher hatte der Holzbau aus dem Krieg eher noch an eine Hinterhofwerkstatt erinnert.

Ab den 50er Jahren zählte Rotax zu einem der beliebtesten Lieferanten von Einbaumotoren nicht nur für heimische Hersteller – nicht nur Lohners (Moped)roller, sondern auch die Motorräder und Mopeds von KTM und sogar Puch wurden von Rotax Aggregaten angetrieben. Rotax Motoren findet man aber auch in deutschen Touren- und Rennmotorrädern von BMW oder Express, der kanadischen Bombardier Hausmarke Can-Am, aber auch italienischen Flitzern von Aprilia oder SWM. Diese hier erwähnten Motorradmarken findet der Besucher des Motorradmuseums Vorchdorf ebenso in der neuerrichteten Rotax Werkschau wie Ski Doos, Jet-Skies, Go-Karts, Feuerspritzen, Stationärmotoren und sogar ein Flugzeug ...

www.motorradmuseum-vorchdorf.at
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