Ende Geländewagen München 8.9.18
Klimaaktivist*innen besetzen Straße in der Münchner Innenstadt - Kontakt zu EG München hier...

Knapp ein Fünftel der deutschen Treibhausgasemissionen stammen aus dem Verkehrssektor. Es ist der einzige Sektor, in dem im Vergleich zu 1990 die Emissionen nicht zurückgegangen, sondern weiter angestiegen sind. Schuld daran sind unter anderem die immer größeren und schwereren Autos, die BMW, Mercedes, Volkswagen und Co. auf den Markt bringen. Damit ist der Autoverkehr eine der Hauptursachen für die globale Klimakrise. Die Auswirkungen des veränderten Klimas sind heute schon spürbar, insbesondere in Ländern des Globalen Südens, aber auch hier bei uns. Die Autoindustrie heizt mit ihren immer größeren und schwereren Autos die Klimakrise entscheidend an.

Doch damit nicht genug: Die Spritfresser auf unseren Straßen stoßen auch jede Menge gesundheits- und umweltschädlicher Stickoxide aus und verursachen Lärm. Darunter leiden besonders ärmere Bevölkerungsschichten. Denn wer es sich leisten kann, wohnt in der Regel nicht in der Nähe viel befahrener Straßen. Der Autoverḱehr ist außerdem einer der Haupttreiber des anhaltenden Flächenfraßes und für jährlich über 3000 Verkehrstote verantwortlich, darunter zahlreiche Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen. Die Autoindustrie macht ihre Gewinne auf Kosten von Umwelt, Gesundheit und Menschenleben.

Daran kann ein Umstieg auf Elektroautos nur teilweise etwas ändern. Denn auch Elektroautos verursachen Lärm, beanspruchen wertvollen Platz in den Innenstädten, benötigen Straßen und Energie. Außerdem werden die metallischen Rohstoffe, die in großen Mengen in jedem Auto stecken unter oftmals katastrophalen Bedingungen für Mensch und Umwelt in Ländern des Globalen Südens abgebaut. Wir brauchen deshalb vor allem einen Umstieg auf andere Verkehrsmittel. Ziel muss die Abkehr vom motorisierten Individualverkehr sein.

In München hat mit BMW nicht nur einer der größten deutschen Autokonzerne seinen Sitz. Hier werden auch regelmäßig Rekordwerte bei den Stickoxidemissionen gemessen. Wie der Dieselskandal beweist, sind Autoindustrie und Politik in Deutschland nicht willens, die dringend notwendige Abkehr vom Verbrennungsmotor und vom motorisierten Individualverkehr einzuleiten. Das gilt auch für München. Obwohl die Stadt bereits im Jahr 2012 dazu verklagt wurde, etwas gegen die viel zu hohen Schadstoffemissionen aus dem Autoverkehr zu unternehmen, ist bisher nichts passiert. Aus diesem Grund nehmen wir den Schutz von Klima, Umwelt und Gesundheit selbst in die Hand: Am 8. September 2018 sagen wir in München "Ende Geländewagen!"

In einer Aktion zivilen Ungehorsams werden wir mit unseren Körpern einen symbolischen Ort blockieren. Wir werden uns ruhig und besonnen verhalten, von uns wird keine Eskalation ausgehen, wir gefährden keine Menschen. Wir wollen eine Situation schaffen, die für alle Teilnehmenden transparent ist und in der wir aufeinander achten und uns unterstützen. Die Aktion findet im Rahmen des globalen Aktionstags "Rise for Climate" statt.

Denn auch in Bezug auf den Verkehrssektor gilt: Klimaschutz ist Handarbeit!

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Kontakt: munich@ende-gelaende.org
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