Schwarzes Kreuz und Militärkommando Tirol lassen die Kriegstoten und Gewaltopfer aller Völker nicht in Vergessenheit geraten
Innsbruck/Amras, 13. Oktober 2018 - 5.680 gefallenen Soldaten verschiedenster Nationen und Religionen, welche in den Kriegsereignissen vom 18. bis ins 20. Jahrhundert verwickelt waren fanden in Innsbruck am Internationalen Soldatenfriedhof Amras ihre Ruhe.

Diese Gedenkstätte ist der bekannteste und bedeutendste Militärfriedhof Tirols und gilt mit seinen österreichischen, italienischen und sowjetischen Denkmälern über die Grenzen hinaus als Stätte für Frieden, Versöhnung und Völkerverständigung. Ein im Nordwesten dieser Anlage liegendes Gräberfeld ist vorwiegend den aus Bosnien stammenden muslimischen Gefallenen der k. u. k. Armee gewidmet. Die nach Osten orientierten Gräber tragen alle einen steinernen, rot bemalten Fez.

Gemeinsam am Ort des Gedenkens
Am 13. Oktober, standen die Gegner von einst - Österreicher, Deutsche, Italiener, Ukrainer und Russen - in ihren unterschiedlichen Uniformen gemeinsam an diesem Ort des Gedenkens, an dem Opfer und Gefallene ruhen.

Nachdem der Landesgeschäftsführer des Tiroler Schwarzen Kreuzes, Herman Hotter, die Repräsentanten sowie zahlreiche Ehrengäste, an der Spitze Bischof Hermann Glettler, begrüßt hatte, sprach er seinen Dank an das Militärkommando Tirol und dessen Kommandanten, Generalmajor Herbert Bauer, aus. Seine Anerkennung galt auch den Tiroler Schützen, den Traditionsverbänden und dem Kameradschaftsbund.

Der in italienischer und deutscher Sprache abgehaltene ökumenische Gottesdienst wurde vom katholischen Militärpfarrer Hans-Peter Schiestl, dem evangelischen Pfarrer Rainer Dahnelt und Pater Reinalt Romana aus Südtirol zelebriert.

Bischof Hermann Glettler bedankt sich für die Einladung zu dieser Feier und betont: Gedenken heißt, dass wir uns verpflichten zu einem weiten Blick des Herzens. Unser offizielles Gedenken hat heute einen dreifachen Sinn: Der bewusste Blick zurück auf die Ursprungskatastrophe des 20. Jahrhunderts. Die wertschätzende Nachfrage nach den Opfern und der aufmerksame Blick auf die aktuellen Herausforderungen unserer Zeit.

Feierlich umrahmt wurde der Festakt durch Ehrenzüge der Stabskompanie des Militärkommandos Tirol, der deutschen Bundeswehr vom Gebirgsjägerbataillon 233 aus Mittenwald und einem Zug des italienischen Heeres vom 5. Alpini Regiment aus Sterzing sowie durch die Pradler Schützen und Abordnungen der Traditionsverbände wie Kaiserjäger und Kaiserschützen. Die Militärmusik Tirol unter Militärkapellmeister Major Hannes Apfolterer gestaltete die musikalische Umrahmung dieses besinnlichen und friedvollen Gedenkens.

Quelle: Militärkommando Tirol
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