Zehnter CareSlam in Berlin 28.04.2018
Zum zehnten Mal findet die Veranstaltungsreihe CareSlam in Berlin Friedrichshain statt. Auf der Bühne der "Alten Feuerwache" stehen Menschen aus der Pflege, die in Form von rund zehnminütigen Slams aus ihren Erfahrungen in den unterschiedlichen Bereichen der Pflege und des Pflegenotstandes berichten.
Unter den Slammern ist auch der aktuelle Präsident des Deutschen Pflegerates e.V. Franz Wagner.
Durch den Abend führt die CareSlam-Begründerin Yvonne Falckner als "Cindy aus der Kiste". Durchgehendes Motiv ist das Herz in der Pflege, welches als satirische Umsetzung die Emotionalisierung des Pflegeberufes anstelle einer Professionalisierung aufs Korn nimmt.
Der Abend beginnt mit einer Erinnerung an den wochenlang anhaltenden Shitstorm, den sich Erwin Rüddel, seines Zeichens gesundheitspolitischer Sprecher der Unions-Fraktionen im Bundestag, zugezogen hat, nachdem er per Twitter verkündete, die Pflegekräfte mögen doch die Pflegesituation schönreden.
Beatrix Langenecker beginnt mit dem ersten Slam "Ich bleib ruhig" über ihre Belastung im Arbeitsalltag und die entstehenden Auswirkungen auf ihre Psyche und Familie. Ihr folgt Marcus Jogerst-Ratzka, mit seinem Auftritt "Pflegenotstand!". In diesem beschreibt er die Dramatik und kafkaeste Situation im deutschen Gesundheitswesen. Nun slammt Rainer Jakobi mit "Rechenschieber" und beendet damit das Zeitalter der Mutmaßungen über die notwendige Personalausstattung und kehrt zu einer rationalen, mit dem Rechenschieber erfassbaren Berechnung zurück und legt damit zudem die dramatische Situation im Vergleich zu anderen europäischen Ländern dar. Und beerdigt zugleich die Aussage, die Krankenhäuser würden Gelder zweckentfremden, diese seien vielmehr unterfinanziert. Am Ende des CareSlams fordert er die Pflegenden auf, Rechenschieber an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu schicken.
Yvonne Falckner nutzt im Anschluss die Bühne, um einen Slam über das Borderline Syndrom zu halten: "Die Borderline-Tante auf Harzer4 Nivou". Aus gegeben Anlass.
Ihr folgt Astrid Barrera mit "Verweigerung". Kämpferisch fordert sie die Pflegekräfte auf, die miserablen Arbeitsbedingungen, unter denen nicht nur die Pflegenden, sondern auch die zu Pflegenden leiden (und sterben) zu verweigern. Sich zu verweigern.
Den Abschluss bildet der Auftritt des aktuellen Präsidenten des Deutschen Pflegerates e.V. Franz Wagner. Zunächst von Yvonne Falckner interviewt, slammt er dann über seinen Anspruch und seine Zielsetzungen als Präsident und seine Erfahrungen in der Kommunikation mit Politikern.
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