Arbeitsatelier: Mücken sind Kernobst
Das dritte Arbeitsatelier des DRAMA FORUM 2013 von Fiston Mwanza Mujila im Theater am Lend (27., 29., 30. November 2013).

Mücken sind Kernobst
Requiem für eine Revolution

Ein Aufruhr am Tor der Welten: Die sieben Kreaturen der Scheiße sind zunächst unsichtbar, sie sprechen in vielen Sprachen, sie verkörpern die Masse derer, die in Auseinandersetzungen, Regimen und Umbruchsituationen umsonst gestorbenen sind. Sie fordern ihr Leben zurück, weil sie bemerkt haben, dass ihr Tod vergeblich war. Dies wird ihnen von den Politikern und Offizieren des 32. Tages verweigert. Sie versuchen die Kreaturen zu beschwichtigen, indem sie ihnen alles versprechen, was sie nicht brauchen. Geld, Ehrungen, Feiertage und Denkmäler.

Eine Familie im Stillstand: Von den Umbrüchen in ihrem Land erfahren Vater, Mutter und Sohn über das Radio, das darüber hinaus nur Banalitäten und Sinnlosigkeit verbreitet. Die Familie hat kein Interesse an den Geschehnissen der Welt. Vater und Mutter haben nichts Besseres zu tun, als sich gegenseitig Zitate aus dem Kapital und der Bibel an den Kopf zu werfen, während der Sohn versucht, die Familie zu ernähren. Der Vater ist Minenarbeiter im Ruhestand, hat aber bisher seine Rente nicht bekommen. Als es schließlich doch so weit ist, finden er und seine Frau endlich ein gemeinsames Interesse, das Geld, für das es sich bald auch zu töten lohnt. Mittlerweile haben die sieben Kreaturen der Scheiße das Land übernommen…

Ein absurder, düsterer, surrealer Spiegel der Welt. Ein Abgesang auf die Revolution und ihre Opfer.

© uniT/Rappel
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