PARSIFAL ENTFERNUNG. Sakrileg Kundry
PARSIFAL ENTFERNUNG. Sakrileg Kundry
nach Richard Wagners Parsifal von Eberhard Kloke (1882/2005©)
Montage aus Wagners PARSIFAL (Kundry-Passagen Akt I, II und III) und Musik-, Sprach- und Bild-Répliques für 1
Sopran, Schauspieler, Streichquartett, Klavier, Video und Tonband

Annette Robbert, Stimme (Sopran und Sprache)
Oliver Urbanski, Schauspieler
Athena-Quartett mit Sashia Viersen, Margherita Biederbick, Hannah Klein und Kathrin Bogensberger
Audio: Daniel Weingarten
Video / Foto / Bild: Markus Wintersberger
Konzeption / Leitung: Eberhard Kloke

Locations Projekt Berlin:
Dorfkirche Stralau, Stadtbad Steglitz, Garage Festspielhaus Wilmersdorf,
Olympiagelände Charlottenburg, Max Taut-Aula Lichtenberg, Kirche St. Elisabeth Mitte

Materialien Video: Medienwerkstatt006 Markus Wintersberger

©MW_EK Berlin/Wien 2010

Personifizierte Zeitlosigkeit:

PARSIFAL ENTFERNUNG. Sakrileg Kundry

Beobachtungen und Randnotizen während der Aufnahmen und Dreharbeiten zu PARSIFAL ENTFERNUNG. Sakrileg Kundry
Eberhard Kloke (September 2005)

Orte-Räume-Figuren-Personen von heute

Die für das Projekt ausgewählten Drehorte sind Räume und locations des Übergangs, der Zerstörung, des Verfalls.
Die Verwundung der Räume und ihrer Architektur geschah entweder durch Kriegseinwirkung, Verwahrlosung - und als deren Folge - durch Rückeroberung durch Natur. Die Unwirtlichkeit der Räume bewirkt, dass sich wie von selbst Situationen von extrem theatraler Ausdruckskraft ergeben. Die Darsteller erscheinen als heutige Personen wie als zeithistorische Zitate aus einem fragmentarisierten Werk: "Parsifal-Splitter".

Die in die Landschaft und Ruinen gesetzte Musik (Streichquartett) schafft ein Bild der Irrealität und Künstlichkeit (Illusion) gleichermaßen. Der Raum im Zustand des Verfalls dominiert das stehende Bild (engl."still"), die Figuren sind Teil einer Zeitmaschine, die Musik, Kontext von Ort und Raum und das gesamte Bedeutungsnetz der Kundry-Wanderungen bzw. Kundry-Verwandlungen verknüpft.

Die Chronologie desAusgangswerkes Parsifal scheint außer Kraft gesetzt, ist jedoch beim näheren Betrachten und Hineinhören neu zusammengefügt. Durch Aufhebung der Sukzession ergeben sich Bedeutungsmuster, die den Kern des Werkes scheinbar mühelos in die heutige Zeit, für gegenwärtige Zustände und Problemstellungen zu transferieren in der Lage sind.

Bei der Konzipierung der Szenen für die einzelnen Räume wurden gleiche und unterschiedliche Szenen für einen oder mehrere Schauplätze entwickelt - Audio/Video-Clips 1-10.

Das Szenario gibt einen Blick auf die jeweils gesetzte Grundsituation für Ort/Raum und Bild - Szenario. Es geht aus von der Chronologie im Werk Parsifal, um die Systematik und Anwendung jederzeit klar vor Augen zu haben.

AUDIO

Die Audio-"Splitter" werden in der Reihenfolge als Audio-takes aufgenommen, wie sie im WERK Parsifal erscheinen, um jederzeit auf die innere Struktur und die thematisch-motivischen/harmonischen Bezüge rückgreifen und verweisen zu können.
Das Audio-Material in der Bearbeitungsfassung für Sopran und Streichquartett als Ausgangspunkt des medialen Experiments:
nicht die Musik kommentiert das Bild oder die Szene, vielmehr kreisen die jeweilig bewusst gesetzten Prioritäten (der einzelnen medialen Parameter) um den Kern der Aussage.

Bei der Umsetzung/Aufnahme der "Patterns" hat sich sowohl beim Streichquartett wie auch beim Klavier ergeben, das musikalische Grundmaterial noch weiter zu "splitten" und in harmonische und rhythmische Zentren zu verdichten. Diese Patterns bilden das Material zur Ausformung der "Risse", die auf die jeweiligen Kundry-Einzelpassagen folgen und zusammen mit einer Video-Bild-Idee weiter ausformuliert werden.

VIDEO-Audio in Richtung Internet-Oper

Die Video/Audio-Aufnahmen wurden an den verschiedenen locations in Berlin innerhalb von 2 Wochen im Juni 05 gemacht. Dabei spielte die jeweilige Raum-Situation (Akustik, Wetter, Licht) immer den entscheidenden Kontrapunkt zum musikalisch-szenischen Geschehen. Es entstand schon bei der Aufnahme das Bewusstsein und das feeling für permanenten Wandel und Verwandlung.
Die improvisatorische Momentaufnahme setzt auf die Einzelqualität der jeweiligen Szenen und Situationen, aus der heraus sich der danach erfolgte Neu-Entstehungs-prozess für die Internet-Version von Parsifal Entfernung. Sakrileg Kundry abgeleitet hat.

www.medienwerkstatt006.at/parsi1.html
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