2009 Costa Rica
*****************************************
17.02.2009: Die Erde spuckt ...
*****************************************
... und was nicht alles - beim Vulkan Arenal spuckt sie heisse Lava aus, die dann scheinbar gemaechlich den Berg herunterrollt und rutscht. Komisch, Wandern ist da oben verboten.

Im Rincon de la Vieja Nationalpark hingegen spuckt sie nur Schlamm - ein Schlamm-Vulkanchen brodelt und raucht - aber hier koennen es ueber 100 Grad werden, ein Schlammbad also keine gute Idee.

Aber um die Ecke gibt es Fumarolen. Die Erde blaest hier lediglich Wasserdampf in die Luft. Ich glaube, da wo er raus kommt, ist es auch zu heiss - wo wir standen, fuehlte es sich nur wie Sauna an - wie angenehm, wenn man dann wieder bei schlappen 28 Grad im Wald abkuehlen kann.
Angenehm ist es auch, wenn man nach einer Wanderung zum Rio Celeste in einer warmen Quelle baden kann, die sich so mit dem kalten Flusswasser mischt, dass man wie in einer Badewanne sitzt - herrlich! Was, wir muessen schon weiter?

Wir warem dem Inneren der Erde noch nie so nah - ja, wir leben wirklich auf einem Feuerball, ein bisschen unheimlich ist das schon. Aber fuer unser Leben schliesslich notwendig, sonst waere die Welt trotz Erderwaermung nur ein erbaermlicher Gefrierschrank. Lassen wir sie also brodeln!

Weg vom heissen Erdinneren zur heissen Oberflaeche - am Playa de Coco konnten wir ein bisschen bei schwuelen 30 Grad entspannen, jetzt sind wir beim Manuel Antonio Nationalpark wieder an der Karibikkueste und sind erneut froh, 10 Dollar mehr fuer das Zimmer mit Klimaanlage ausgegeben zu haben. So koennen wir gleich besser entspannen, nachdem wir zum Sonnenuntergang den Pelikanen am Strand zugesehen haben.

Gut, dass es zwischen der heissen Erde und dem heissen Strand auch Abkuehlung gab. In Monteverde - gruener Berg - konnten wir Natur pur im Nebelwald erleben. Nebelwald ist wie der Name schon sagt, feucht.
Alles ist hier anders als wir es kennen: Blaetter in Regenschirmgroesse, Baeume, die von oben nach unten wachsen oder welche, die andere ermorden, Palmen die wandern, handtellergrosse Spinnen, Pflanzen die auf Pflanzen wachsen, Orchideen kleiner als ein Stecknadelkopf, Voegel, die auf der Stelle fliegen, und und und... Und ein paar Tierchen haengen faul oben im Baum und bewegen sich den ganzen Tag kaum - Faultiere. Ein bisschen Mitleid hatten wir schon mit dem Vieh, das dank des Nebels nur noch wie ein nasses Wollknaeuel im Baumwipfel hing.

So, und da wir momentan gerade keine Faultiere sind, muessen wir los - Sonnenuntergang und Pelikane warten!

Liebe Gruesse aus Costa Rica
Janine und Ihno

*****************************************
26.02.2009: Langsam heisst nicht faul
*****************************************
Das zottelnasse Faultier haben wir in der letzten Email ja bereits vorgestellt, inzwischen sind wir nahezu Profis fuer diese Spezies geworden. Es faengt damit an, dass es 2-Finger und 3-Finger-Faultiere gibt. Das 3-Finger-Faultier kann den Kopf um 270 Grad drehen, da es als einziges Saeugetier 2 zusaetzliche Halswirbel hat. Interessant, was? Jetzt reichts aber auch an Biologie, nur eines noch: Ein Faultier ist nicht faul, nur langsam. (und soooo cute, gez. Janine) Ganz schoen affig, so viel Biologie. Kommen wir aber nicht drumrum, zum Beispiel um die Kapuzineraffen (weisser Kopf), die Bruellaffen (lassen uns nicht schlafen) und die Spinnenaffen (koennen sich, wenn sie wollen, nur mit dem Schwanz festhalten).
Einen Vogel haben wir hiervon noch nicht bekommen, nur ganz viele gesehen. Reiher, Sandpiper, Tukan, Papageien, Aras, Kraehen, Kolibris, und so lustige Viecher wie Mot-Mot, Tanager, Manakin, Oropendula, den sagenumwobenen Quetzal (wir haben ihn gesehen, jaaaaa!!!!) und und und... (wir haben eine Vogelbestimmungskarte, sonst koennten wir uns die komischen Namen selbst nicht merken – aber so kann man so schoen ankreuzen „kennen wir schon“).
Achtung, nun wirds gefaehrlich! Krokodile und Kaimane haben wir auf dem Weg nach Tortuguero erfolgreich umschifft, Giftpfeilfroesche, Taranteln und Schlangen lieber nicht gestreichelt, und auch die Riesenameise „Bullet Ant“ – ein Biss tut weh wie eine Gewehrkugel – nur fotografiert.
Doch nicht nur Insekten sind gefaehrlich, leider...
Die Wellen haben genuegend Kraft, um Janine einmal ordentlich durchzuspuelen – inklusive Schleudergang... Ausser kleinen Abschuerfungen ist gottseidank nix passiert.
Das Essen ist lecker, hat aber leider manchmal durchschlagende Wirkung. Naja, nach einem Tag und einer halben Stunde am Naehrstofftropf war auch Ihno schnell wieder fit.
Die schlimmsten Aus-und Nachwirkungen hatten aber die Raeuber, die sich nun ueber neue Rucksaecke, Schuhe, T-Shirts, Zahnbuersten und Moskitonetze freuen und sich fragen, was sie mit 2 unteren Hosenbeinen (Zip-Hose) tun sollen.
Es scheint ein offenes Geheimnis zu sein, wie man Touristen-Mietwagen oeffnet.
Ein wenig aergern werden sie sich schon, denn Bargeld, Kreditkarten, Wertsachen und Paesse hatten – und haben – wir natuerlich bei uns.
So durften uns in San Isidro komplett neu einkleiden und kennen wir jetzt den neuesten Schrei der Costa-Rica-Mode, die Polizeistation im Kaff Ojochal, und die Stimme der Notrufhotline der deutschen Botschaft.
Da das Lebensmotto in Costa Rica „Pura Vida“ lautet (heisst ungefaehr so viel wie alles ist gut), haben wir das auch zu unserem Motto gemacht, den Urlaub entspannt fortgesetzt und geniessen jetzt das Flair der Karibik.

Liebe Gruesse von den 2 Faultieren (remember: langsam, nicht faul!)
Janine und Ihno
315 photos · 556 views
1 3 4