Gut Blumberg, Gartz (Oder)
Blumberg gehört zur Gemeinde Casekow im Amt Gartz (Oder) und liegt östlich am Randowbruch in der Uckermark, ca. 130 km nordöstlich von Berlin.

1289 wird Blumberg erstmalig erwähnt, als die Herzöge von Pommern mehrere Dörfer, darunter Blumberg, dem Kloster Gramzow übertragen. Ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert stammt die Blumberger Kirche.

Noch bevor dem Orden der Prämonstratenser mit der Reformation der Besitz genommen und das Kloster geschleift wird, geht Blumberg als Rittergut in den erblichen Besitz der Familie von Sydow über.

Das Gut lag direkt an der Grenze zwischen Brandenburg und Pommern und stand daher um 1700 unter schwedischer Herrschaft.

1756 kauft Heinrich Carl von der Osten das Gut von seinem Schwiegervater und Onkel Karl Friedrich von Sydow.

Sein Sohn Heinrich Karl II. von der Osten baut ab 1792 das zweigeschossige Gutshaus. 1806 werden die eingeschossigen Seitenflügel ergänzt, die mit anderthalbgeschossigen Kopfbauten abgeschlossen werden.
Bei dem Gutshaus handelt es sich um einen verputzten Ziegelbau, der stark durch die preußische Landbauschule des David Gilly geprägt ist. Das Gutshaus ist zwar "barock" in der Anlage als Dreiflügelbau mit Ehrenhof und Knüppelwalmdach des Corps de Logis, aber klassizistisch in der Ausführung.

Die architektonisch anspruchsvollen Wirtschaftgebäude mit einer Brennerei entstehen zwischen 1804 und 1849. Links vom Nordflügel befindet sich der Wirtschaftshof mit Stall und scheune, daran schließen sich weitere Ställe und eine Schmiede an. In einer Fluchtlinie entlang des Südflügels befinden sich das Alte Wasch- und Backhaus sowie die ehemalige Brennerei mit ihrer schönen Feld-und Ziegelstein-Fassade.

Nach Osten öffnet sich der Hofbereich zu einem großem Wiesengelände mit zwei kleineren und einem größerem See; im Süden wird er umschlossen von einem mehrere Hektar umfassenden Mischwald.

1945 werden Ort und Gut Blumberg von der Roten Armee besetzt, das Gut wird konfisziert und noch im selben Jahr als staatliches Mustergut an die zivile Verwaltung übergeben.
Das Gut wird Volkseigenes Gut (VEG) und betreibt Rinderzucht und Schweinemast; im Gutshaus werden Wohnungen, eine Werksküche, ein Kindergarten, ein Gemeindebüro und eine Gaststätte eingerichtet.

1996 erwirbt die Familie von der Osten das Gutshaus mit Hof und Park sowie 1997 den größten Teil des Blumberger Waldes.
Nach und nach werden momentan das Gutshaus und die Wirtschaftsgebäude sowie der ehemalige Gutspark wiederhergestellt und neuen Nutzungen zugeführt. Allerdings sind noch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen und gartenbauliche Eingriffe erforderlich

Der Mittelbau des Gutshauses dient heute der Familie von der Osten als Wohnsitz; der Südflügel mit dem Festsaal kann für Veranstaltungen genutzt werden.
Für weitere Teile des Hauses sowie der Gutsanlage gibt es bereits Nutzungskonzepte (Reiterhof, Pferdepension, Ferienwohnungen, Künstlerateliers und -wohnungen), die Besitzer sind aber auch für die Ideen potentieller Investoren offen.

Quellen:


Schloss Blumberg
Uckermark Region
Märkische Eiszeitstraße
Sammlung Alexander Duncker (ZLB Berlin)
Brandenburg-ABC
20 photos · 393 views