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Bei Interesse an Psychologie:
Stichworte: Gralssuche, Psychologie, Spiritueller Materialismus
Der Sprung ins Ungewisse?
Nur wer den Sprung ins Ungewisse hinter sich hat, kann sagen, wo er
angekommen ist. Wer angekommen ist, weiß ganz genau, wo er sich
befindet. Alle anderen handeln mit Konzepten, mit Vorschlägen, wie man
das erreicht, wonach man sich sehnt. Die Sehnsucht nach dem Gral, nach
der unbekannten von allen Leiden erlösenden Kostbarkeit, wird vom der
Gralsindustrie, geschickt vermarktet und diese Vermarktung gehört zu
den äußeren Aspekten des spirituellen Materialismus. Doch nicht nur
esoterische Bücher, Ratgeber und Filme sind zahlreich auf dem Markt,
das Angebot an Seminaren zum Thema „Seele finden und heilen“ ist
riesengroß.
Den Impuls zur Gralssuche spüren Menschen zu allen Zeiten und im
Verlauf dieser Suche erkennen sie, dass sie selbst und ihr Leben der
größte Schatz ist. Doch vorerst einmal werden das Heil und der innere
Friede woanders gesucht.
Die Außenwelt wird übermächtig und zieht alle Aufmerksamkeit des
Bewusstseins auf sich. Der mystische Diamant wird als materielles
Objekt irgendwo versteckt vermutet und schließlich meint man, man
könne sich das Seelenbewusstsein erkaufen. Doch die Währung der
Außenwelt zählt nicht, denn das Glück und das Paradies der Kindheit
liegen nicht in äußeren Bedingungen.
Äußere, materielle Sicherheit entpuppt sich immer mehr als
Glücksbremse, denn der Aufwand, die Sicherheit zu erhalten stellt sich
als wahrer Erhalter des Egos heraus. Das spirituelle Ego bildet sich
wie selbstverständlich auf der Suche nach der größten Kostbarkeit.
Ohne Ego kein Sucher. Plausibel erscheint auch der Umkehrschluss: Ohne
Gralssuche kein (spirituelles) Ego mehr.
Und so kommen wir zum vom Ego befreienden Sprung ins Ungewisse. Der
Sprung in die Unsicherheit entzieht dem vorausplanenden Ego den Boden.
Es gibt nämlich nichts mehr abzusichern. Versicherungen sind
schließlich die Ketten an denen das freie Bewusstsein liegt. Liebe
aber lässt sich nicht an Ketten legen. Gefühle sind nicht erkäuflich,
und doch sind gerade sie es, die das Leben saftig und lebenswert
machen.
Das wahre Lebenselixier sind die herzlichen Gefühle der Kindheit.
Selbstliebe ist hier eine natürliche Sache. Mit zunehmendem Alter und
dem Eintreten in die pubertäre Phase verliert sich die unschuldige
Selbstliebe, die nichts mit der narzisstischen Selbstverliebtheit
bestimmter Menschen zu tun hat. Tief im Innern bleibt der dunkle Teil,
die Selbstablehnung unerlöst. Der Zweifel an sich selbst liegt im
Unbewussten, während der Selbstzweifel durch die Selbstliebe erkannt
und angenommen werden kann.
Wahre Selbstliebe verzeiht sich alle vermeintlichen Schwächen. Und
schließlich weiß man nicht mehr, was Schwäche und was Stärke ist, ihre
Polarität löst sich auf in der Akzeptanz und der Gleichbehandlung
beider Seiten. Yin ist mir so lieb wie Yang. Das ist Liebe. Keine
Versuche mehr, sie trickreich zu ködern, zu kaufen und zu binden.
Konzepte, Regeln, Verordnungen, Verhaltensmaßregeln, das Prinzip der
Ordnung schlechthin wollen Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit. Das
Stichwort ist wieder: Planung. Doch wie können der Flow, der
Augenblick, das Hier und Jetzt geplant werden? Vertrauen, innerer
Friede, Lebensfreude, Glücksgefühle können nicht vorausbestimmt
werden. Immer gut gelaunt um 11 Uhr 10?
Es gibt keine erfolgreichen Konzepte, denn das Konzept selbst ist
schließlich ein Geistesgift. Die Gedanken kreisen um richtig und
falsch, besser oder schlechter, um geschickte oder ungeschickte
Mittel.
Jedes Konzept ist eine Fessel des Geistes, auch wenn es für lange
Jahre auf dem Weg der Selbsterkenntnis förderlich war. Schließlich
zerreißt der Zen-Meister die heiligen Schriften und Meister Eckhart
spricht von Gelassenheit. Loslassen. Der Sprung ins Ungewisse. Das ist
die Befreiung auch und ganz besonders vom spirituellen Materialismus.
Ich weiß, dass ich nichts weiß, hat der weiseste Mann der griechischen
Antike, Sokrates gesagt und an diesem Inhalt hat sich für den
Erkennenden bis heute nichts geändert. Genau an diesen Punkt gelangt
der Sucher. Er weiß nichts mehr, und er weiß auch nichts mehr besser.
Er lächelt über spirituelle Konzepte, die den schnellsten Weg zur
Erleuchtung anbieten. Was ist Erleuchtung? Der Sprung ins Ungewisse.
Alle Konzepte sind relativiert, alle Vorstellungen sind verschwunden.
Der Sprung ins Ungewisse ist der Sprung in den Augenblick. Und dieser
Augenblick sorgt für sich selbst.
Das Bild zeigt noch einen Abschnitt der Gralssuche: Den Anlauf zum
Sprung in den Augenblick...
Der Steg, das sind die Konzepte, die gekauften Lehren und Erfahrungen.
In wenigen Augenblicken oder Jahren, wird der Steg weggekippt vom
höheren Selbst, vom Schöpfer des wunderbaren Spiels, genannt Leben.
Und nun rate mal, wer der Schöpfer ist?
Der Mystiker Meister Eckhart sagte wie schon Christus lange zuvor: Ich
und der Vater sind eins…
Das stimmt überein mit der buddhistischen Aussage: Du bist Buddha!
Also, wer zieht das Brett weg?
Oh Mann, ohne Humor geht in diesem Leben aber auch gar nichts…
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wernermayer 48 22 months ago | reply
Please tag "Artistic Treasure Chest"
GσℓdεŋCяσt∂ℓσ 22 months ago | reply
This Exceptional Graphic/Photo Art is seen in:
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hana1080huuummmm? 20 months ago | reply
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and when he gets to the end of the pier, what does he do??? (the eternal existential question :)
Aditya Indrajaya 18 months ago | reply
awesome!!