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Tresor club Geschichte
Die Geschichte des Tresor clubs reicht zurück bis in die 1980er Jahre, 1988 öffnete im damaligen Westberlin das "UFO", die Keimzelle des Berliner Techno/ House Sounds.
Nach Umzug und kurzfristiger Schliessung ca. 1990, die Berliner Mauer war inzwischen Geschichte, entdeckten die Macher um Dimitri Hegemann den verlassenen, als Vorratskeller genutzten Raum in der Nähe des heutigen Stadtzentrums am Potsdamer Platz.
Bei der Begehung und Entrümpelung stiess man schliesslich auf die legendäre Stahlkammer des Tresors. Er gehörte ursprünglich zur Bank des Wertheim Kaufhauses, das dort bis 1945 stand.
Im März 1991 öffnete der club erstmals und wurde in kurzer Zeit zur absoluten Kultstätte für fans des damals komplett neuen Musikstils "Techno", einer Mischung aus Disco und Industrial mit neuem Härtegrad und extremen Klängen.
Zu dieser Zeit (kurz nach der Maueröffnung) erfüllte die Musik und dieser Ort das starke Bedürfnis nach innovativer Feierkultur und Ausleben der neuen und wiedergewonnenen Freiheit.
Der club bildete mit seinem rohen, teils apokalyptischen Charme die ideale Kulisse, jede Veranstaltung wurde zum gelebten Science-Fiction für alle Beteiligten. Eine überdimensionale Anlage brachte das gesamte Interior zum Beben und der Bass liess die Luft im Raum im Takt hin und her wehen.
Die Bar befand sich hinter Eisengittern eines Tresorraums, Nebel und Dauerstroboskope sorgten für völlige Auflösung der Realitäten.
Die Architektur und die Musik befanden sich hier in Einklang, und schnell verbreitete sich der Ruf des clubs über Deutschland und andere Länder Europas. Hier wurden definitiv neue Massstäbe gesetzt, vermeintliche Grenzen durchbrochen und das Prinzip herkömmlicher Diskotheken über Bord geworfen.
Direkt seit der Öffnung wurde viel Wert auf die Qualität der Musik und der DJs gelegt, zu den (heute "Veteranen" der Szene) Berliner Residents Tanith, Jonzon, Rok, Kid Paul, Dr. Motte und Paul van Dyk kamen alsbald internationale Grössen wie Nightmares On Wax, Moby, Aphex Twin und Jeff Mills.
Insbesondere die musikalischen Verbindungen nach Chicago und Detroit sollten sich als stilbildend und prägend für den sound von Tresor erweisen. Bereits im Herbst 1991 wurde das Plattenlabel "Tresor Records" gegründet und startete mit einem Techno Klassiker der Detroiter "Underground Resistance", die mehrfach live im club auftraten.
Im Zuge der massiven Ausbreitung des Technosounds als populärste Musikrichtung der 90er Jahre änderte sich natürlich auch der club, ständig wurde etwas ausgebaut oder neue Bereiche erschlossen.
Die obere Bar über dem eigentlichen Tresor wurde zu einem amtlichen Dancefloor für House und andere Spielarten elektronischer Musik, während 1993 im hinteren Bereich eine kleine Ambient/ Chillout Bar ("Tuna Bar") öffnete, im Sommer kam ein kleiner Aussenbereich hinzu der liebevoll zu einem Garten modelliert wurde.
Der Tresorkeller blieb aber über die Jahre geradezu monolithischer Tempel des harten, reinen Technosounds, gerade dieses "sture" Festhalten brachte weltweit Anerkennung, Respekt und nahezu mythische Verehrung bei Anhängern und Freunden.
Tresor wurde zum Aushängeschild purer, aber auch toleranter Untergrundkultur - friedliches Feiern bei maximaler Energie.
Nach der völligen Umgestaltung der nahen Stadtmitte (Potsdamer Platz) gab es auch mehrmals Situationen in denen die Zukunft des Clubs unsicher schien, letztlich war man umgeben von neu bezogenen Regierungsgebäuden und nahe am aufpolierten neuen Gesicht der Stadt.
Einzig der weltweit gute Ruf rettete mehrfach die wöchentliche Fortsetzung über 14 (!!) Jahre. Mittlerweile war der Ort selbst zur Kultstätte avanciert.
Schliesslich wurde 2005 das Gelände aufgekauft und eine bis heute fragwürdige "saubere" Fassade aus 3 neuen Bürohäusern errichtet. Zum Abschluss gab es im club noch eine 15 tägige "Dauerparty" auf der nochmals viele der besten DJs und liveacts aus der Tresorgeschichte auftraten, für viele ein unvergesslicher Höhepunkt.
Man begriff, eine Ära endete hier, der Ort hatte tatsächlich Geschichte gemacht.
Tresor begab sich ins Exil und veranstaltete events in befreundeten Berliner clubs, es gab eine wöchentliche Reihe im club "Maria", einige gelungene Abende in der alten Berliner Indie-Konzertlocation schlechthin "SO36" und ein paar kleinere Parties im "Raumklang".
Ein neuer Raum für den Tresor war zwar alsbald gefunden, die Vorbereitungen für die Öffnung dauerten allerdings wegen der im Vergleich zu 1990 natürlich stark angewachsenen Bürokratie und einigen logistischen Problemen bis 2007.
Der neue club feierte inzwischen schon sein einjähriges Bestehen, vieles was anfangs improvisiert werden musste konnte ausgebaut und verbessert werden, und in jüngster Zeit kehrt auch der einzigartige Charakter des alten clubs zurück (vieles vom Interior konnte vor dem Abriss gesichert und eingelagert werden).
Berlin behauptet sich inzwischen als weltweite Partymetropole, dank dem neuen Tresor (gelegen nunmehr in einem ehemaligen Kraftwerksgebäude) bekommt die Stadt eine weitere kulturelle Facette. Generationen von Partybesuchern verbinden mit Tresor mittlerweile ihre "ganz persönliche" Erfahrung mit elektronischer Musik.
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- Joined:
- July 2008
- Website:
- Tresor Berlin