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Seit Cicero heißt es, das Antlitz spiegele die Seele. Wenn die Fassade das Gesicht des Hauses ist, so kann man davon ausgehen, daß in Analogie dazu die Oberflächen neuer und wiederhergestellter Bauten ab 1945 eine aufschlußreiche Wechselwirkung zwischen der architektonischen Erscheinung und dem >Seelenzustand< Deutschlands abbilden. Ausgehend von jenem kulturellen Res(e)t in der sog. Stunde Null will das Seminar dieser Entsprechung zwischen Fassadengestaltung und der Lage der Nation in beschreibender, erforschender und analytischer Perspektive nachgehen. Aus welchen Gründen jenseits billiger Baustoffe formen sich die Fassaden deutscher Städte in jenen Ausprägungen, die man heute als eigenartig bis verstörend einzustufen geneigt ist? Warum werden manche Innenstädte, vor allem in Westdeutschland im Wiederaufbau weitestgehend verkachelt? Was läßt sich aus solchen abwaschbaren Orten beispielsweise in Köln ablesen? Und verbergen sich hinter diesen Fassaden nicht nur ästhetische Verunsicherungen, sondern gar die tiefen (Ab-)Gründe (west-)deutscher Geschmacklosigkeit?.
Markus Krajewski, Bauhaus Universität Weimar
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