About Animaux de Blek le Rat (European Pochoirs)
"1981 to 1983 the beginning of the stencil graffiti art
I had the idea to use stencil to make graffiti for one
reason. I did not want to imitate the American graffiti
that I had seen in NYC in 1971 during a journey I had
done over there.I wanted to have my own style in the
street... I began to spray some small rats in the streets
of Paris because rats are the only wild living animals
in cities and only rats will survive when the human race
will have disappeared and died out..."
"1983 the fisrt large figure in the life size I have make
in the sreet. This is an old Irish man yelling against
English soldiers in Belfast in the seventie's.The man is
very brave because the soldiers are very nervous trying
to shoot with their guns some guys from the IRA.The photo
was incredible strong.I always been fascinated by the
people at the risk of one's life do not hesitate to say
what they think. I still use this image in this time and
it is the image I have done the most in a lot of different
countries.The man took many differebt aspect to the people
sometimes he is an old man , sometimes people think he is
Buster Keaton or Chaplin or a tramp or an anarchist.I like
when my images take different aspect by the place where they
are pasted..."
Blek le Rat (the Stencil Pioneer)
*
1980
betreute mein Freund Gérard Dumas in Les Ulis einen Abenteuerspielplatz für Halbwüchsige, ich ging ihm als freiwilliger Helfer auf dieser Anlage zur Hand. Auf dieses terrain d\'aventure kamen die Kinder mit dem einzigen Hintergedanken, einander kennenzulernen und sich beschäftigen zu können, ohne daß ihnen irgendeine Obrigkeit Fesseln anlegt.
Der Spielplatz befand sich genau hinter einem Supermarkt und leichtfüßig pendelten sie zwischen beiden Orten hin und her. Nicht selten befanden sich unter all dem Krimskrams, den sie aus dem Geschäft anschleppten, auch Farbtöpfe. Die illegal ausgeführten Farben wurden dazu verwendet, die kleine Hütte, in der wir unsere Utensilien verstauten, zu besprühen. Große, triefende, nach nichts aussehende Fresken erschienen und verschwanden im Laufe des Jahres.
Eine jede Kreation bewegte uns sehr und so beschlossen Gérard und ich, weil wir modern sein wollten, uns Sprühdosen zu beschaffen. Wir hatten uns angesteckt.
Die Hauptstadt gehörte uns, und wir mußten nur noch zur Tat schreiten. Als wir im Oktober 1981 im 14. Arrondissement von Paris in der Rue des Thermopyles zum ersten Mal sprühten, hatten wir versucht, ein amerikanisches Piece zu machen. Welch ein Fiasko! So schlug ich vor, Pochoirs herzustellen, eine alte Technik, Vorfahre des Siebdrucks und später von den italienischen Faschisten für ihre Propaganda eingesetzt. lch erinnere mich, in Padua, wo ich als Kind Anfang der 60er Jahre mit meinen Eltern war, das Kopfbildnis des Duce mit Helm gesehen zu haben.
Die Technik war gefunden, das Material war beschafft, noch einmal hieß es zu handeln.
Platz war ausreichend vorhanden und Graffitisprühen war eine derart unbekannte Technik, daß die Runden drehenden flics uns praktisch gar nicht störten, es sei denn, um uns zu fragen, ob wir ein politisches Ziel verfolgten.Wir antworteten ihnen: “Nein, das ist Kunst!” und die Partie war gewonnen!
Die nächtlichen Ausflüge erfolgten in immer kürzeren Intervallen. Am 31. Dezember 1982 beschlossen wir, rings um den der Kunst geweihten Tempel, das Centre Georges Pompidou, zu sprühen. In der eiskalten Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar sprühten wir also einen ganzen Haufen Ratten, Panzer und kleine Figuren an dieser Kultstätte. Die Museumswärter waren herausgekommen, um uns zu fragen,was wir da täten, noch einmal sagten wir »Kunst«, was kleines Lächeln auf die Lippen der Tempelwächter gezaubert hatte.
Am Ende des Winters 1983 trennte sich das Duo Blek, da Gérard anderweitig beschäftigt war und so blieb ich allein und adoptierte den Namen BLEK LE RAT.
Ich war allein in der Stadt und die Stadt gehörte mir. Nach jeder Nacht, in der ich gesprüht hatte, ging ich wieder und wieder an meinen Mauern vorbei und manchmal verbrachte ich Stunden damit, meine Bilder und die Passanten zu beobachten. Selbst ein flüchtiger Blick ihrerseits erfüIlte mich mit Freude. Die Anzahl meiner Pochoirs erhöhte sich zunehmend, denn auch das Leben eines Pochoirs ist vergänglich, bedenkt man, wie es behandelt wird. Die getrocknete Farbe bildet auf der Oberfläche des Kartons eine Kruste, die ausgeschnittenen Stellen schließen sich nach dem häufigen Sprühen. Neue Pochoirs müssen also hergestellt werden und je mehr man arbeitet, umso perfekter wird die Technik und desto leichter wird es, umso befriedigender ist das Ergebnis
Da waren Tom Waits, ein kleiner Junge in kurzen Hosen, Andy Warhol, Marcel Dassault (Mann mit Stock), die Frau mit Kind, ein russischer Soldat, welchen ich an den Einfahrten der Pariser Stadtautobahn gesprüht hatte, Mitterand, ein Faun, Joseph Beuys, ein rennender schreiender Mann, Jesus Christus, zwei Hunde bei der Fortpflanzung, eine Frau mit Strapsen, die ich am Eingang des Hauses von Serge Gainsbourg und anderen passenden Stellen gesprüht hatte. Kurz, etwa vierzig verschiedene Figuren. Sie sind meine Gestalten, sie ähneln mir alle irgendwie, sie stellten mich der Welt vor, wie eine Person sich einer anderen vorstellt. Wann immer ich sie auf die Wände malte, hatte ich das Gefühl, einen Teil von mir selbst an den Wänden aller Städte, die ich besuchte, zu lassen.
Die Graffitibewegung hat nichts anderes im Sinn als das Wort über das Bild zu ergreifen. Worte an die Gemeinschaft, Worte der Liebe, Worte des Hasses, vom Leben und vom Tod. Es ist eine elegante, raffinierte Art Therapie mit dem Versuch, die Leere dieser modernen schrecklichen Welt zu füllen, den öffentlichen Raum mit Bildern zu bedecken, die den Blick des Passanten, der zur Arbeit geht, mit Freude erfüllen sollen. Die Obrigkeiten aber erklärten den Graffitis erbarmungslos den Krieg. Angefangen bei jedem nur denkbaren Gesetz bis zu psychologischem Krieg, solange bis jegliche Pochoirs und künstlerische Ausdrücke entlaubt oder vernarbt waren. Unangemessen hohe Strafen schwebten über den Köpfen der jungen Künstler, sie wurden mit gigantischen Bußgeldern bedroht. Als ob die Stadt von Graffiti mehr zu befürchten hätte als von Drogen.
Aber das Verlangen, sich auszudrücken und zu malen ist so groß, daß die Künstler einander ablösen. Und indem sie dies auf der ganzen Welt tun, machen sie aus dieser urbanen Kunst, was die Verbreitung der Bilder und die Authentizität, die sie ausstrahlen angeht, die größte künstlerische Bewegung des Jahrhunderts. Es gibt keinen Ort auf der Welt, der keine Spuren muraler künstlerischer Arbeit aufweist. Selbst in Peking hinterläßt gerade in diesem Moment ein Mann seine Spur.
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